Herr Bürgermeister, Kolleginnen und Kollegen, meine sehr geehrten Damen und Herren,

die große Politik und deren Folgen werfen auch Schatten auf unsere Stadt und somit auch auf die zu beschließenden städtischen und spitälischen Haushalte sowie die Wirtschaftspläne unserer Eigenbetriebe für die Jahre 2023 und 2024.

Die in Berlin propagierte Zeitenwende als Folge des Krieges in der Ukraine, den explodierten Rohstoffkosten und der hohen Inflationsrate findet auch in Pfullendorf statt.

Heruntergebrochen auf den städtischen Haushalt sind dies stark angestiegene Ausgaben bei ungefähr gleich gebliebenen Einnahmen. Wir haben also ein Ausgabenproblem.

Allerdings gibt es bei uns keinen „Wumms“ oder gar „Doppelwumms“.                             Wir als Gemeinderat sind gehalten, mit den verfügbaren Mitteln sparsam umzugehen, zu priorisieren, kurz gesagt: Das Notwendige zu tun und das weniger Notwendige zu lassen, bzw. zu verschieben.

Nun zum Planentwurf:

Rückblickend haben wir die Coranapandemie mit einem blauen Auge überstanden.

Das Ergebnis von 2021 in Höhe von 9,2 Mio Euro und das zu erwartende für 2022 in Höhe von 4,5 Mio Euro zeigen dies deutlich. 

Industrie, Handel und Gewerbe haben sich als überwiegend sehr robust erwiesen, was ein stabiles, ja ansteigendes Gewerbesteueraufkommen beweist.

Unter diesen Vorzeichen und trotz der oben geschilderten negativen Einflüsse gehen wir davon aus, dass wir bei vernünftigem Wirtschaften auch diese schwierige Phase gut überstehen werden.

In der Gesamtschau des Ergebnishaushalts über beide Jahre reichen die Erträge in Höhe von 86,5 Mio Euro trotz enorm gestiegener Aufwendungen für den sächlichen Verwaltungs- und Betriebsaufwand (gesamt ca 21 Mio Euro), trotz stark gestiegener Personalkosten (gesamt ca. 20 Mio Euro) sowie diverser Sonderaufwendungen, der auszuweisenden Abschreibungen und gestiegener Zuweisungen und Zuschüsse, diese hauptsächlich im sozialen Bereich, für ein positives ordentliches Ergebnis in Höhe von 0,8 Mio Euro.

Allerdings gibt es im Ergebnishaushalt aus unserer Sicht im Bereich des sächlichen Verwaltungs- und Betriebsaufwands Einsparmöglichkeiten, zu denen ich in meinen weiteren Ausführungen kommen werde.

Der starke Anstieg der Personalkosten (in 2023 1,1 Mio Euro, in 2024 nochmals fast 0,5 Mio Euro) ist nicht nur den zu erwartenden Tarifsteigerungen, sondern vielmehr zahlreichen Stellenmehrungen, besonders im sozialen Bereich wie den Kindergärten, geschuldet. Mehr Aufgaben verlangen aber auch mehr Personal und eine leistungsgerechte Entlohnung ist mehr als notwendig, besonders im Hinblick auf den in Deutschland herrschenden Fachkräftemangel.

Die vom Kämmerer vorgestellte Finanzrechnung zeigt deutlich die Auswirkungen der stark gestiegenen Ausgaben und der, besonders in 2024, ausfallenden Zuweisungen. Abgemildert werden diese durch entsprechende Überschüsse.

Trotzdem bleibt ein Restfinanzierungsbedarf in Höhe von gesamt 11,5 Mio Euro, der durch Liquiditätsüberhänge und Kredite abgedeckt werden muss.

Perspektivisch sollten wir uns im Gremium darüber Gedanken machen, ob wir die Einnahmeseite nicht nachhaltig verbessern können, so z. B. durch die Anhebung der Hebesätze bei den durch die Stadt zu erhebenden Steuern.

Zu den geplanten Investitionen:

Dem vorgelegten Investitionsprogramm stimmen wir in der Masse der Einzelmaßnahmen zu. Investitionen in den Brand- und Katastrophenschutz, Flüchtlingsunterkünfte, Wasserversorgung, Straßen und Verkehr, um nur die wichtigsten zu nennen, sind einfach notwendig.

Zusätzlich beantragen wir die Aufnahme der Position „Kiga´s in Fremdträgerschaft, Neubau  Ev. Kindertagheim“  in das Investitionsprogramm.

Den genauen Mittelansatz überlassen wir der Verwaltung, abhängig von der Anzahl der unterzubringenden Gruppen. Auf jeden Fall sollten in 2023 entsprechende Planungskosten (200 000 Euro) eingestellt und die Planung fertig erstellt werden, sodass bei günstigen Vorzeichen (Haushaltssituation und Baupreise) jederzeit begonnen werden kann.

Nach der Vorstellung des Kindergartenbedarfsplanes sollte die Anzahl der Gruppen dem zu erwartenden Bedarf entsprechen.

Zur Reduzierung der Ausgaben und damit zur Schaffung von Rückstellungen für geplante Investitionen, besonders im Hinblick auf den Neubau der Realschule im geplanten Schulcampus, stellen wir folgende weitere  Anträge das Investitionsprogramm betreffend:

  • Streichung des Umbaus Kreisverkehrsplatz bei der ehemaligen Ziegelei Ott und der Zufahrt. Diese Investition sollte erst getätigt werden, wenn wir wissen, was mit dem Areal geschieht.
  • Streichung der Beschaffung von Fitnessgeräten im Stadtgarten. Diese sind aktuell nicht notwendig.
  • Zeitliche Verschiebung der städtebaulichen Sanierung, Oberflächen Nahwärme Altstadt bis auf die bereits begonnen Maßnahmen nach hinten. Keine dringende Notwendigkeit.
  • Reduzierung des Grunderwerbs und Anpassung an die aktuelle Nachfragesituation an Bauplätzen.

Weitere Einsparmöglichkeiten sehen wir im Ergebnishaushalt bei den Aufwendungen für Sach- und Dienstleistungen.

Hier beantragen wir die Sanierung des Obertors und die Sanierung der Sportanlagen im Stadion zu verschieben bis diese problemlos zu finanzieren sind.

Was die Sanierung des „alten“ Tagheims anbetrifft, beantragen wir einen Sperrvermerk, bis wir nach unserer Klausur wissen, wo es bei der Kinderbetreuung hingehen soll.

Wohn- und Gewerbeentwicklung ist eine wichtige Aufgabe im Hinblick auf die Zukunft unserer Stadt. Hier haben wir unsere Hausaufgaben gemacht, vielleicht sogar zu viel.

Wertvolle landwirtschaftliche Flächen sind dadurch unwiederbringlich verloren gegangen.

Auch deshalb müssen wir unser Augenmerk mehr auf die Innenstadt richten, um ein weiteres „Ausbluten“ zu vermeiden. Ziel muss eine attraktive Innenstadt sein!

Wir regen hierzu erneut den zielgerichteten Erwerb von Altimmobilien und Baulücken an. Diese dann abzureisen und als bebaubare Grundstücke zu veräußern oder das Freilassen von Lücken und deren Umgestaltung zu Plätzen der Begegnung ist machbar.

Der Aufgabenbereich unseres Wirtschaftsförderers sollte auf den Bereich „Förderung von Wohnen in der Innenstadt und aktives Leerstandsmanagement“ ausgeweitet werden.

Stichworte wie Nachverdichtung, Nutzung freier, bebaubarer Flächen, Aufteilen von Häusern, Wohnungs- oder Haustausch und Wohnen im Alter, wie im Seniorenforum dargestellt, zeigen die Richtung.  

So gibt es ab April 2023 eine kostenlose Beratung für Hauseigentümer durch Architekten mit dem Ziel, Wohnraum aufzuteilen und Barrierefreiheit zu schaffen. Solche Möglichkeiten sind aktiv zu bewerben.

Die Situation bei der weitern Ausweisung von Bauland ist realistisch zu betrachten. Hier sind die „fetten“ Jahre vorbei. Die bisherige Maxime, dass wir jedem, der bauen möchte, dies auch ermöglichen sollen/müssen, funktioniert nicht mehr bzw. hat auch bisher nur für die gegolten, die sich Bauen finanziell leisten konnten. Was ist mit denen, die finanziell nicht so gut dastehen, die jeden Euro umdrehen müssen?

Wir müssen als Verantwortliche auch an diese Menschen denken und günstigen Wohnraum, auch sozialen, ermöglichen. Das hat die letzten Jahre eindeutig gefehlt.

Hier können wir uns, wie in den vergangenen Jahren mehrfach vorgeschlagen, eine städtische Wohnbaugesellschaft, oder zumindest eine städtische Beteiligung an einer solchen vorstellen.

Die Schulkonzeption und den Neubau der Realschule dürfen wir nicht aus den Augen verlieren. Bei unserer geplanten Klausur sind hier die Weichen zu stellen.

Zusammenfassend möchten wir betonen, dass das geplante Investitionsprogramm sowie die Bewältigung der in den Sach- und Dienstleistungen versteckten Maßnahmen sehr ambitioniert sind. Wir bezweifeln, dass alle geplanten Projekte, wie es die Vergangenheit auch zeigt, realisiert werden können. Die personellen Ressourcen, egal ob eigene oder externe, sowie die Kapazitäten der ausführenden Firmen reichen einfach nicht aus.

Planung sollte realistisch sein!

Zahlreiche Aufgaben werden und müssen uns in der nächsten Zeit beschäftigen. Nicht nur weil sie aktuell sind, sondern weil sie in der Vergangenheit nicht die entsprechende Priorisierung erfahren haben.

Hier unsere „To do“-Liste, ohne Anspruch auf Vollständigkeit:

  • Realisierung der in der Gemeindeordnung vorgeschriebenen Beteiligung von Kindern und Jugendlichen.
  • Regelmäßige Durchführung von Einwohnerversammlungen.
  • Aktive Begleitung der Gesundheitsversorgung unserer Bevölkerung.
  • Umsetzung der Landesglücksspielverordnung, die schon lange fällig ist.
  • Entwicklung hin zu einer „Fair-Trade-Stadt“.
  • Erreichen der Klimaschutzziele durch Schaffung einer Stelle „Klimaschutzmanager“.
  • Weiterentwicklung des Jugendkonzepts, der Schulsozialarbeit und der Integration von ausländischen Mitbürgern.
  • Abschluss der Umsetzung des beschlossenen Friedhofkonzepts und Erlass einer neuen Friedhofssatzung.
  • Weiterer Ausbau des Radwegenetzes, besonders der Verbindung zwischen Mottschieß und Pfullendorf.
  • Durchforstung der Beiträge und Freiwilligkeitsleistungen im Verwaltungshaushalt.

In diesem Zusammenhang versprechen wir uns zukunftsweisende Ergebnisse von unserer, nach den Sommerferien geplanten, Gemeinderatsklausur.

Zum Haushaltsplanentwurf des Spitals:

Die Ergebnisse des Holzverkaufs sind die einzigen nennenswerten Einnahmen des Spitals. Diese haben sich sehr gut entwickelt. Die Prognosen für die nächsten Jahre sind positiv. 

In den letzten Jahren wurden viele Grundstücke aus dem Vermögen des Spitals veräußert. Um dies besser überblicken zu können, fordern wir eine Übersicht über die Grundstücke und Gebäude des Spitals.

Der geplante Zuschuss an den Eigenbetrieb Spitalpflege zur Mitfinanzierung des Neubaus Pflegeheim in Höhe von 4,5 Mio Euro entspricht dem Stiftungszweck.

Trotzdem gilt es, sich Gedanken über die Zukunft zu machen. Was machen wir mit unserem „alten“ Pflegeheim und dem zum Ensemble gehörenden „Ärztehaus“? 

Wir sehen hier mehrere Optionen:

  • Wohnen für Jung und Alt,
  • Wohnraum für Mitarbeiter,
  • Sozialwohnungen oder
  • Unterbringung von Geflüchteten.

Zu den Wirtschaftsplänen:

Die Spitalpflege agiert derzeit in einem sehr schwierigen Umfeld.

Leitungswechsel, Minderbelegung, fehlende Fachkräfte und Pflegesatzverhandlungen, dazu noch notwendige Beschaffungen zur Aufrechterhaltung des Betriebs. Die Prognosen im Wirtschaftsplan sind nicht berauschend aber unter den geschilderten Umständen, die ja nicht morgen einfach verschwinden, noch akzeptabel.

Spätesten in 2024 wird der Neubau des Pflegeheims bezogen.

Die deutlich höheren Kosten können wir mittragen, der Deckel bei 18 Mio Euro ist allerdings gesetzt.

Im Hinblick auf die Eröffnung sollten wir uns Gedanken über einen passenden Namen unseres neuen Heimes machen. Nur „Seniorenheim“ ist altmodisch und passt nicht für eine so moderne und zeitgemäße Einrichtung.

Unser Seepark ist eine Freizeiteinrichtung mit Wasserskianlage, vielfältiger Gastronomie, Abenteuer- und Fußballgolf, Streichelzoo, Eiszelt, Wohnmobilstellplatz und Badestrand mit überregionaler Bedeutung.

Wir als Stadt „leisten“ uns diese Einrichtung und das mit nicht unerheblichem finanziellem Aufwand. So sind in 2023 390 000 Euro und 2024 gar 410 000 Euro Zuschüsse eingeplant. Aber solche Naherholungseinrichtungen sind für die Menschen absolut wichtig, die Coronapandemie hat dies deutlich gezeigt.

Wir als UL stehen zum Seepark. Trotzdem sind Ideen zur Ergebnisverbesserung gefragt. Der häufig diskutierte Campingplatz wäre hier eine gute Möglichkeit.

Unsere Technischen Betriebe, also der Bauhof, leisten sehr gute Arbeit und sind gut ausgestattet. Mit hohem Einsatz werden täglich die Spuren unserer Wegwerfgesellschaft und einiger uneinsichtigen Mitbürger beseitigt. Im Winter werden Straßen und Wege vorbildlich freigeräumt und im Sommer verschönert bunter Blumenschmuck das Stadtbild. So kann sich Pfullendorf sehen lassen. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an die Männer und Frauen vom Bauhof.

Abschließend bedanken wir uns bei allen Bürgerinnen und Bürgern, die ehrenamtlich in Vereinen und Institutionen aktiv sind oder ein Amt ausüben.

Wir bedanken uns weiter bei allen Beschäftigten der Stadt, der Eigenbetriebe und der städtischen Gesellschaften für ihre geleistete Arbeit.

Besonders bedanken wir uns bei Bürgermeister Ralph Gerster, unserem Kämmerer sowie den Amtsleitern und der Amtsleiterin für die offenen Gespräche im Vorfeld und während der Beratungen.

Herzlichen Dank auch an die Vertreter der Presse für ihre gute Begleitung unserer Arbeit.

Nach Abstimmung über unsere Anträge werden wir als UL den vorliegenden Haushaltsentwürfen für Stadt und Spitalfonds, den Wirtschaftsplänen für die städtischen Eigenbetriebe Spitalpflege, Technische Betriebe, Städtische Abwasserbeseitigung und Seepark Linzgau jeweils für die Jahre 2023/2024  grundsätzlich zustimmen.

Michael Zoller

Fraktionsvorsitzender

Es gilt das gesprochene Wort.

Haushaltsrede der UL vom 29.04.2021

 

 

Herr Bürgermeister, Kolleginnen und Kollegen, meine sehr geehrten Damen und Herren,

unter den bereits seit über einem Jahr herrschenden besonderen Umständen des weltweit grassierenden Corona-Virus beschließen wir heute die städtischen und spitälischen Haushalte sowie die Wirtschaftspläne unserer Eigenbetriebe für die Jahre 2021/2022.

Zu Beginn meiner Ausführungen möchte ich an einen offenen Punkt aus meiner letzten Haushaltsrede erinnern:

Die in der Gemeindeordnung festgelegte Beteiligung von Kindern und Jugendlichen findet in Pfullendorf nicht statt. Wir beklagen immer das Desinteresse und die fehlende Mitwirkung der jungen Generation an kommunalpolitischen Prozessen.  Ein Jugendgemeinderat, wie ihn schon viele Städte und Gemeinden in der Region haben, wäre hier ein erster Schritt. Die Generation, über deren Zukunft wir entscheiden, muss eine Mitsprachemöglichkeit haben. Gehen wir die Sache möglichst noch in diesem Jahr an!

Nun zum Planentwurf:

Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronapandemie auf unseren Haushalt halten sich in Grenzen. Worte unseres Kämmerers wie „Wir sind nochmal mit einem blauen Auge davongekommen“ oder „Wir leben auf einer Insel der Glückseligen“ stimmen positiv.

Industrie, Handel und Gewerbe haben sich als überwiegend sehr robust erwiesen, was ein stabiles Gewerbesteueraufkommen beweist.

Das ordentliche Ergebnis im Ergebnishaushalt von ca. 626 000 Euro in 2021 zeigt, dass wir trotz aller coronabedingten Unwägbarkeiten unseren Aufgaben mehr als gerecht werden. Das planerische negative Ergebnis für 2022 in Höhe von ca. 970 000 Euro wird sich bei sparsamem Wirtschaften sicherlich noch zum Besseren wenden. Da sind wir guter Hoffnung!

Der Zahlungsmittelüberschuss des Finanzhaushalts in 2021 in Höhe von ca. 1,943 Mio Euro und der Bedarf in 2022 in Höhe von ca. 1,2 Mio Euro ergibt im Saldo immer noch einen Überschuss in Höhe von ca. 740 000 Euro, was bedeutet, dass unsere ordentlichen Tilgungen über beide Jahre in Höhe von ca. 714 000 Euro problemlos finanziert werden können. Das sind aus unserer Sicht positiv überzeugende Zahlen.

Trotzdem gilt es, die geplanten Aufwendungen wie z. B. bei Unterhalt und Bewirtschaftung sowie die geplanten Investitionen kritisch im Hinblick auf Notwendigkeit, Kosten und Realisierbarkeit im Auge zu behalten.

Zu den geplanten Investitionen:

Die Sanierung des Dominikanerinnenklosters befindet sich auf der Zielgeraden, die neuen Räumlichkeiten sind inzwischen bezogen. Mit einem Invest von über 6,5 Mio Euro ist dies ein sehr teures, aber gelungenes Projekt. Wir sind auf die, von der Verwaltung zugesagte, detaillierte Schlussrechnung gespannt.

Vorausschauender Grundstückserwerb sichert die weitere städtische Wohn- und Gewerbeentwicklung, wie die Vergangenheit deutlich zeigt. Allerdings dürfen wir den zunehmenden Flächenverbrauch nicht aus den Augen verlieren. Wertvolles landwirtschaftliches Gelände geht verloren.

Deshalb müssen wir unser Augenmerk mehr auf die Innenstadt richten, um ein weiteres „Ausbluten“ zu vermeiden. Ziel muss eine attraktive Innenstadt sein!

Wir regen hierzu den zielgerichteten Erwerb von Altimmobilien und Baulücken an. Diese dann abzureisen und als bebaubare Grundstücke zu veräußern oder das Freilassen von Lücken und deren Umgestaltung zu Plätzen der Begegnung ist machbar, andere Städte, und da erinnere ich an unsere Informationsfahrt in den Schwarzwald vor einigen Jahren, haben hier Erfolg. Die innerstädtische Wohnbauentwicklung ist uns genauso wichtig wie die Schaffung neuer Wohngebiete. Grundlage hierfür sollten auch die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung zum gesamtstädtischen Entwicklungskonzept von 2017 sein.

In diesem Zusammenhang sollten wir intensiv über eine städtische Wohnbaugesellschaft und über eine innerstädtische Wohnbauförderung diskutieren. Auf Grund der saldierten Mehreinnahmen im Grundstücksverkehr in Höhe von mittelfristig über 7 Mio Euro wären ausreichend Mittel vorhanden.

Die maßvolle Baulandentwicklung in allen Teilorten begrüßen wir ausdrücklich. Auch die jungen Bewohner dieser Orte haben dadurch die Möglichkeit, im Ort zu bauen und so zur Überlebensfähigkeit des ländlichen Raumes, zusammen mit der Schaffung kleinerer Gewerbegebiete in den größeren Teilorten, beizutragen.

Eine gute materielle Ausstattung der Feuerwehren in unserer Stadt ist absolut notwendig. Zahlreiche Einsätze bestätigen dies. Deshalb unterstützen wir die Beschaffung neuer Einsatzfahrzeuge und -mittel, auch in den Stadtteilen, den Umbau und die Sanierung des Feuerwehrhauses in Pfullendorf und den Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Schwäblishausen.

Bis zum Vorliegen einer zuverlässigen Kostenprognose, die unserer Meinung nach erst nach Durchführung einer detaillierten statischen Untersuchung des Bestandsgebäudes in Pfullendorf erfolgen kann, betrachten wir die geplante Ausgabe von 1 Mio Euro in 2022 unter Vorbehalt des Gemeinderats.

Im Bereich der Schulen geht es mit der Weiterentwicklung der Schulkonzeption langsam , um nicht zu sagen schleppend, voran. Ein pädagogisch sinnvolles und finanziell tragbares Konzept sollte bis Ende des Jahres vorliegen. Die geplanten Ausgaben im Bereich der Digitalisierung und Breitbandversorgung sind gut investiertes Geld. Corona hat deutlich gezeigt, dass Deutschland in diesem Bereich, besonders auch was die Schulen anbetrifft, weit hinterherhinkt.

Wir begrüßen besonders den geplanten Baubeginn des evangelischen Kindertagheims vielleicht noch in diesem Jahr, spätestens jedoch 2022. Das hohe finanzielle Engagement der Stadt sowohl bei diesem Neubau wie auch im gesamten Bereich der Kinderbetreuung zeigt, wie wichtig uns unsere Kinder und deren Erziehung sind.

Der Bau des BHKW der Stadtwerke beim „Alten Haus“ zum Betreiben eines Nahwärmenetzes im Altstadtquartier kann hoffentlich in diesem Jahr noch beginnen. Der Klimawandel wartet nicht, und auch diese Maßnahme trägt zur Verminderung von Schadstoffausstoß bei. Die HH-Mittel zur Sanierung und barrierefreien Umgestaltung der betroffenen Straßen sind eingestellt und gut angelegt.

Trotzdem dürfen wir die innerstädtischen Bereiche nicht vergessen, die in Punkto Barrierefreiheit noch sehr zu wünschen übriglassen. Wenn immer möglich, ist hier vom Stadtbauamt Abhilfe zu schaffen.

Die geplanten umfangreichen Investitionen im Tiefbau, hauptsächlich Rest- und Roherschließungen unserer Baugebiete, sind, was die Durchführung anbetrifft, sehr ambitioniert. Wir bezweifeln, dass alle geplanten Projekte realisiert werden können. Die personellen Ressourcen, egal ob eigene oder externe, sind nicht ausreichend verfügbar.

Wir schlagen hier eine mit dem Gemeinderat abgestimmte Priorisierung der Maßnahmen vor.

Unsere Region verfügt über ein sehr gut ausgebautes und beschildertes Radwegenetz. Hier gilt unser Dank besonders dem Landkreis. Aber auch in Eigenregie konnten im letzten Jahr Lücken (z. B. beim Jägerhof) geschlossen werden. Was jetzt noch fehlt ist das Verbindungsstück zwischen Mottschieß und Pfullendorf. Wir fordern die Verwaltung auf, diese Verbindung endlich herzustellen. Geld ist da und wenn wir weiter auf den Landkreis warten, warten wir noch ewig. Packen wir es an!

Wir freuen uns sehr, dass noch in diesem Jahr die von uns geforderten und dringend notwendigen Fahrradabstellplätze incl. einer E-Ladestation am ZOB realisiert werden.

Die für 2022 eingestellten Mittel zum Bau eines eingezäunten Bolzplatzes, eines  „Outdoor-Fitnessparks“ und evtl. einer Boulebahn im Stadtgarten sind in unserem Sinne. Diese Maßnahme stellt die Fortführung des sehr gelungenen neuen Spielplatzes dar.  Unser Stadtgarten sollte noch mehr zu einem Ort der Begegnung, des Sports und der Kommunikation entwickelt werden.

Zur 800-Jahr-Feier: Nachdem das für das Jubiläum eingestellte Geld coronabedingt wohl nicht für Feierlichkeiten benötigt wird, schlagen wir als symbolische Geste die Pflanzung von 800 Bäumen durch die Stadt vor.

In der Gesamtschau ist das Investitionsprogramm in sich schlüssig, aber sehr ehrgeizig, weshalb wir jedoch an der Realisierung aus den bereits geschilderten Gründen Zweifel hegen.

Zum Haushaltsplanentwurf des Spitals:

Der Wald als zuverlässige Einnahmequelle unseres Spitals fällt gem. Plan nahezu weg, allerdings lassen die aktuell steigenden Holzpreise für die Zukunft hoffen. Sollte dieser Trend weiter anhalten, wäre das für 2022 prognostizierte negative ordentliche Ergebnis hinfällig. Wir kämen wahrscheinlich mit einem blauen Auge davon.

Trotzdem gilt es, sich Gedanken über die Zukunft zu machen. Was machen wir mittel- und langfristig mit unserem „alten“ Pflegeheim? Haben wir hierfür Ideen? Brauchen wir es überhaupt noch? Was geschieht mit dem sog. „Ärztehaus“, das schon lange in einem Dornröschenschlaf verharrt?

Machen wir uns Gedanken über dieses gesamte Areal incl. des großen Gartens hinter der Stadtmauer! Hier müssen wir etwas Zukunftsfähiges entwickeln. Wir stellen den Antrag,

dass der Stadtrat noch in der Haushaltsperiode sich mit der Thematik beschäftigt.

Zu den Wirtschaftsplänen:

Die Spitalpflege agiert derzeit in einem sehr schwierigen Umfeld.

Corona mit all seinen Auswirkungen, Leitungswechsel, Minderbelegung, fehlende Fachkräfte und Pflegesatzverhandlungen, dazu noch notwendige Beschaffungen zur Aufrechterhaltung des Betriebs. Die Prognosen im Wirtschaftsplan sind zwar nicht berauschend aber unter den geschilderten Umständen, die ja nicht morgen einfach verschwinden, noch akzeptabel.

Spätesten in 2022 wird mit dem Neubau des Pflegeheims begonnen.

Dieser Meilenstein wird in die Geschichte unserer spitälischen Stiftung eingehen.

Wir freuen uns, diese Maßnahme aktiv begleiten zu dürfen.

Unser Seepark feiert dieses Jahr sein 20-jähriges Jubiläum. Leider nur in kleinem Rahmen.

Diese Freizeiteinrichtung mit Wasserskianlage, vielfältiger Gastronomie, Abenteuer- und Fußballgolf, Streichelzoo, Eiszelt, Wohnmobilstellplatz und Badestrand ist inzwischen ein Tourismusmagnet in der Region.

Wir als Stadt „leisten“ uns diese Einrichtung und das mit nicht unerheblichem finanziellem Aufwand. Aber solche Naherholungseinrichtungen sind für die Menschen absolut wichtig, die aktuelle Pandemie zeigt dies mehr denn je.

Wir als UL stehen zum Seepark. Trotzdem sind Ideen zur Ergebnisverbesserung gefragt, der häufig diskutierte Campingplatz wäre hier eine gute Möglichkeit.

Nun, wo sehen wir als UL die Schwerpunkte in der Weiterentwicklung unserer Stadt, auch über den aktuellen Doppelhaushalt hinaus?

  1. Der Klimaschutz, die Bewahrung der Schöpfung und der Artenvielfalt muss in all unserem Handeln oberste Priorität genießen. Nur so lassen sich die natürlichen Lebensgrundlagen auch für die kommenden Generationen sichern.

Unsere Entscheidungen, besonders in den Bereichen Bauen, Energie und Mobilität, sollten sich zukünftig immer an diesen Prinzipien orientieren, z.B. Verankerung klimaneutralen Bauens in der Bauleitplanung.

  1. Die Sicherstellung einer umfassenden Gesundheitsversorgung hat für uns sehr hohe Priorität. Neben einer guten ambulanten Versorgung gehört hierzu auch die stationäre Versorgung. In diesem Jahr muss ein tragfähiges medizinisches Konzept von Seiten der Geschäftsleitung des SRH-Klinikums vorgelegt werden, das auch klare Aussagen über den Bestand des Pfullendorfer Hauses beinhalten muss. 
  1. Zur Stadtentwicklung, besonders auch zur Innenstadt, habe ich bereits Ausführungen gemacht. Wiederholen möchte ich nochmals die städtebauliche Entwicklung des Areals „Pflegeheim, Ärztehaus und Umgebung“. Hier können wir uns von der Fachexpertise aus dem Forschungsbereich von Hochschulen bis zur Beteiligung eines privaten Investors alles vorstellen. Wichtig ist uns, dass wir hier aktiv werden.
  1. Auch und besonders unter dem Aspekt eines durch Corona veränderten Urlaubsverhaltens in unserem Land sollten wir uns des Themas Tourismus und der Weiterentwicklung unserer touristischen Angebote verstärkt annehmen. Besonders im Bereich Camping/Stellplätze steigt der Bedarf ständig, hier sollte der Schwerpunkt unserer Bemühungen liegen. 

Abschließend bedanken wir uns bei allen Bürgerinnen und Bürgern, die ehrenamtlich in Vereinen und Institutionen aktiv sind oder ein Amt ausüben.

Nicht vergessen möchte wir aber auch all die Menschen, die, egal ob hauptberuflich oder ehrenamtlich, in dieser besonderen Zeit für uns da sind, für uns sorgen und helfen.

Ihnen unseren herzlichen Dank.

Wir bedanken uns weiter bei allen Beschäftigten der Stadt, der Eigenbetriebe und der städtischen Gesellschaften für ihre geleistete Arbeit. Besonders bedanken wir uns bei Bürgermeister Thomas Kugler, unserem Kämmerer sowie den AmtsleiterInnen für die offenen Gespräche im Vorfeld und während der Beratungen.

Herzlichen Dank auch an die Vertreter der Press für ihre gute Begleitung unserer Arbei.

Die UL stimmt den vorliegenden Haushaltsentwürfen für Stadt und Spitalfonds, den Wirtschaftsplänen für die städtischen Eigenbetriebe Spitalpflege, Technische Betriebe, Städtische Abwasserbeseitigung und Seepark Linzgau jeweils für die Jahre 2021/2022  zu.

Unsere Vorschläge beantragen wir zu berücksichtigen.

Michael Zoller

Fraktionsvorsitzender

Es gilt das gesprochene Wort.

Haushaltsrede vom 23.07.2020

 

 

 

 

Herr Bürgermeister, Kolleginnen und Kollegen, meine sehr geehrten Damen und Herren,

unter den besonderen Umständen des weltweit ausgebrochenen Corona-Virus beschließen wir heute zum ersten Mal in der jüngeren Geschichte Pfullendorfs die städtischen und spitälischen Haushalte nach den Regeln des „Neuen kommunalen Haushaltsrechts“ (NKHR).

Trotz intensiver Schulung und Einweisung, u. a. durch unseren Kämmerer Michael Traub beim traditionellen Fraktionsgespräch zum Haushalt, gibt es noch Unsicherheiten in der Interpretation und Bewertung des Zahlenwerks, da bin ich ehrlich. Deshalb steckt in diesem Haushalt auch ein großer Vertrauensvorschuss an die Verwaltung.

Zuerst möchte ich an offene Punkte aus unserer letzten Haushaltsrede erinnern:

  • Die in der Gemeindeordnung festgelegte Beteiligung von Kindern und Jugendlichen ist aus unserer Sicht immer noch nicht ausreichend.
  • Unsere Anregung, Teile der Einnahmen aus den Verpachtungen „Wasserskianlage“ und „Seeparkrestaurant“ zur Verbesserung des Ergebnisses des Eigenbetriebs Seepark zu verwenden, sollten wir dringend diskutieren, zumal weitere Investitionen seitens des Eigenbetriebs getätigt wurden und werden, die u. a. auch den angesprochenen Einrichtungen zu Gute kommen.
  • Der Gemeinderatsbeschluss vom Februar 2015, alle Nebenstraßen der Neidlingstraße als 30er-Zonen auszuweisen, wurde noch nicht vollständig umgesetzt.

Wir wollen, dass diese Punkte aufgegriffen werden.

Nun zum Planentwurf:

Durch die wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronapandemie, auch auf unsere heimischen Betriebe, fallen erwartete Einnahmen, besonders bei der Gewerbesteuer, weg. Zu erwartende finanzielle Hilfen von Bund und Land sind noch nicht genau quantifizierbar. Dadurch sind auf der Ausgabenseite Mittel einzusparen bzw. auf folgende HH-Jahre zu verschieben.

Dies alles wurde durch den Kämmerer in die vorliegenden Änderungen zum Entwurf eingepflegt.

Da schon über die Hälfte des Haushaltsjahres 2020 vollzogen ist, sind unsere Gestaltungsmöglichkeiten nicht so wie gewohnt, sondern eher gering.

Trotzdem gehen wir davon aus, dass wir in Pfullendorf nochmals mit einem „Blauen Auge“ davonkommen.

Zu den geplanten Investitionen:

Die gelungene Sanierung des Dominikanerinnenklosters wird in Kürze abgeschlossen sein. Über dieses knapp 6 Mio Euro teure Projekt erwarten wir von der Verwaltung nach Abschluss aller Maßnahmen eine detaillierte Abrechnung.

Vorausschauender Grundstückserwerb sichert die weitere städtische Wohn- und Gewerbeentwicklung, wie die Vergangenheit deutlich zeigt. Allerdings dürfen wir den zunehmenden Flächenverbrauch nicht aus den Augen verlieren. Wertvolles landwirtschaftliches Gelände geht verloren.

Deshalb müssen wir unser Augenmerk mehr auf die Innenstadt richten um ein weiteres „Ausbluten“ zu vermeiden. Wir regen den zielgerichteten Erwerb von Altimmobilien und Baulücken an. Diese dann abzureisen und als bebaubare Grundstücke zu veräußern oder das Freilassen von Lücken und deren Umgestaltung zu Plätzen der Begegnung ist machbar, andere Städte, und da erinnere ich an unsere Informationsfahrt in den Schwarzwald vor einigen Jahren, haben hier Erfolg. Die innerstädtische Wohnbauentwicklung ist uns genauso wichtig wie die Schaffung neuer Wohngebiete. Grundlage hierfür sollten auch die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung zum gesamtstädtischen Entwicklungskonzept vom 28.09.2017 sein.

Eine gute materielle Ausstattung der Feuerwehren in unserer Stadt ist absolut notwendig. Die zahlreichen Einsätze im letzten Jahr bestätigen dies. Deshalb unterstützen wir die Beschaffung neuer Einsatzfahrzeuge und -mittel, auch in den Stadtteilen, die weitere Sanierung des Feuerwehrhauses in Pfullendorf und den Neubau eines Gerätehauses in Schwäblishausen, auch wenn sich dieser noch etwas hinauszögert.

Im Bereich der Schulen steht die Weiterentwicklung der Schulkonzeption an erster Stelle. Ein pädagogisch sinnvolles und finanziell tragbares Konzept muss unser Ziel sein. Die eingestellten Mittel sind diesbezüglich ein klares Signal.

Wir begrüßen besonders den geplanten Baubeginn des evangelischen Kindertagheims in 2021 und die Errichtung einer Containerwohnanlage für besonders Bedürftige und sozial schwache Mitbürgerinnen und Mitbürger noch in diesem Jahr. Die Verhältnisse in den bisherigen städtischen Unterbringungsmöglichkeiten sind inzwischen menschenunwürdig.

Es freut uns sehr, dass unser Antrag vom Oktober letzten Jahres bzgl. der Weiterentwicklung des Pfullendorfer Friedhofs in Bezug auf Barrierefreiheit, Begräbnisformen und Allgemeinzustand mit entsprechenden HH-Mitteln hinterlegt ist und die ersten Maßnahmen bereits in der Umsetzung sind.

Im Zuge des Baus eines Nahwärmenetzes im Altstadtquartier werden die betroffenen Straßen ab 2021 nach Baufortschritt saniert und barrierefrei umgestaltet. Da dies im Bereich der Oberen Hauptstraße ab der „Krone“ erst zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen soll, beantragen wir zeitgleiche Überplanung dieses Bereichs mit dem Ziel, Barrierefreiheit zu schaffen.

Nicht einverstanden sind wir mit der Verschiebung der 30.000 Euro für die Fahrradabstellplätze am ZOB aufs nächste Jahr.

Wie beantragen diese Mittel in 2020 einzustellen und die Abstellplätze, die teilweise auch als Fahrradboxen ausgelegt sein müssen, sowie eine E-Ladestation noch in diesem Jahr zu realisieren.

Desweiteren beantragen wir, wie bereits bei den Haushaltsberatungen gefordert, die Erstellung einer vandalismussicheren Toilettenanlage am ZOB.

Den von der Fraktion der Freien Wähler angeregten Bau eines eingezäunten Bolzplatzes im Stadtgarten unterstützen wir vollumfänglich. Ergänzend hierzu regen wir die Errichtung eines „Outdoor-Fitnessparks“ mit entsprechenden festverankerten Fitnessgeräten und einer Boulebahn an. Dies sollten wir in 2021 angehen.

Unser Stadtgarten sollte zu einem Ort der Begegnung, des Sports und der Kommunikation entwickelt werden. Sein teilweise schlechter Ruf muss ein Ende haben!

Zum Haushaltsplanentwurf des Spitals:

Der Wald als zuverlässige Einnahmequelle unseres Spitals fällt nahezu aus. Naturereignisse und der Borkenkäfer machen uns schwer zu schaffen. Ein Überschuss von nur noch 10 000 € drückt das in Zahlen aus. Eine Besserung ist nicht in Sicht.

Den Transfer von 3 Mio € zur Kapitalaufstockung des Eigenbetriebs Alten- und Pflegeheim zum Neubau unseres Pflegeheims tragen wir mit.

Nun, wo sehen wir als UL die Schwerpunkte in der Weiterentwicklung unserer Stadt, auch über den aktuellen Haushalt hinaus?

Der Klimaschutz muss in allen betroffenen Bereichen, besonders aber in der Erschließung von Neubaugebieten und Quartieren oberste Priorität genießen. Hier müssen wir stärker auf Klimaneutralität achten. Dabei geht es um Maßnahmen für die nächsten 50 bis 100 Jahre.

Bis dato war Stadtentwicklung und Verkehrslenkung immer auf den individuellen Autoverkehr ausgerichtet. Die „autofreundliche“ Stadt war das Credo. Von diesem Ansatz sollten wir uns lösen. Ziel muss eine Entwicklung sein, in der alle Verkehrsteilnehmer, Radfahrer, Fußgänger, Menschen mit Handicap, Senioren, Kinder und Jugendliche achtsam miteinander umgehen und gegenseitige Rücksicht nehmen.

Auch und besonders unter dem Aspekt eines durch Corona veränderten Urlaubsverhaltens in unserem Land sollten wir uns des Themas Tourismus und der Weiterentwicklung unserer touristischen Angebote für den nächsten Haushalt und die nächsten Jahre verstärkt annehmen. Besonders im Bereich Camping/Stellplätze steigt der Bedarf ständig, hier sollte der Schwerpunkt unserer Bemühungen liegen.

Abschließend bedanken wir uns bei allen Bürgerinnen und Bürgern, die ehrenamtlich in Vereinen und Institutionen ein Amt ausfüllen. Unser besonderer Dank gilt den Menschen, die in den letzten Monaten in den sogenannten systemrelevanten Berufen hervorragendes für unser Gemeinwesen geleistet haben.

Zusammen hoffen wir, dass die 801-Jahr-Feier unserer Stadt in 2021 ein toller Erfolg wird und zum gemeinsamen Miteinander aller beiträgt.

Wir bedanken uns bei allen Beschäftigten der Stadt, der Eigenbetriebe und der städtischen Gesellschaften für ihre geleistete Arbeit. Besonders bedanken wir uns bei Bürgermeister Thomas Kugler, unserem Kämmerer sowie den AmtsleiterInnen für die offenen Gespräche im Vorfeld und während der Beratungen.

Die UL stimmt den vorliegenden Haushaltsentwürfen für Stadt und Spital für das Jahr 2020 zu. Unsere Vorschläge beantragen wir einzuarbeiten.

Michael Zoller

Fraktionsvorsitzender

Stellungnahme der Fraktion der Unabhängigen Liste Pfullendorf zum medizinischen Zukunftskonzept und zur Beauftragung eines Zweitgutachtens.

 

 

Sehr geehrter Herr Bürgermeister, Kolleginnen und Kollegen, meine Damen und Herren.

 

Die UL-Fraktion lehnt das vorgelegte medizinische Zukunftskonzept ab.

 

In der gemeinsamen Stellungnahme unserer Fraktion und der Fraktion der Freien Wähler zur Situation der Kliniken Landkreis Sigmaringen vom 23.09.21 wurde ausführlich auf die Historie, die Entwicklung in den letzten Jahren und die aktuelle Situation eingegangen. Diese wiederhole ich nicht.

 

Im vorgelegten medizinischen Zukunftskonzept und der darin vorgeschlagenen Konzentration der stationären Versorgung in Sigmaringen, was die Schließung unseres Krankenhauses zur Folge hätte, fehlen aus unserer Sicht wichtige Aspekte wie z. B.:

  • Ein Nachnutzungskonzept für Gebäude und Einrichtung.
  • Die Sicherstellung einer Notfallversorgung.
  • Die Möglichkeit, ambulante Operationen vor Ort durchführen zu können incl. einer notwendigen Nachversorgung.
  • Die Sicherstellung der BG-Versorgung.
  • Die Prüfung einer Verzahnung zwischen ambulanter und stationärer Versorgung.
  • Die ernsthafte Prüfung von Alternativen wie der Errichtung eines Gesundheitszentrums, einer Praxisklinik, eines Primärversorgungszentrums oder einer Fachklinik aber auch der Auslagerung von Abteilungen nach Pfullendorf,

           um nur einige zu nennen.

 

Qualitativ hochwertige Medizin, ausreichend gutes und motiviertes Personal und eine auskömmliche Wirtschaftlichkeit sind sicherlich wichtige Faktoren für eine hohe Qualität der stationären Versorgung im Landkreis, allerdings darf der Mensch mit seinen Sorgen, Ängsten und Nöten bzgl. seiner Gesundheitsversorgung in diesem System nicht außen vor gelassen werden.

Eine wohnortnahe und zuverlässige medizinische Grundversorgung ist deshalb unerlässlich.

Hier unterstützen wir ausdrücklich die Stellungnahmen der Pfullendorfer Kirchen, der Hospizgruppe und des VdK, die zu diesem Aspekt klare Worte gefunden haben.

 

 

Der Beauftragung des Büros WMC Healthcare GmbH zur Erstellung eines Zweitgutachtens stimmen wir zu. Der vom Spitalfonds, vom Kreistag und von der Stadt Bad Saulgau formulierte Fragenkatalog beinhaltet alle für uns wichtigen Fragestellungen.

Diese werden im Angebot von WMC vollständig abgebildet. Die zeitlichen Vorgaben werden ebenfalls eingehalten.

 

 

Mit der Finanzierung der Zweitmeinung sind wir einverstanden.

 

Der Bitte an die Geschäftsführung der SRH Kliniken Landkreis Sigmaringen GmbH um Mitwirkung an der Erarbeitung von Nachnutzungsmöglichkeiten stimmen wir ebenfalls zu.

 

 

Es gilt das gesprochene Wort.

 

 

Michael Zoller

Fraktionssprecher

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